Die Flächensuche

Das Rettungshundeteam kann in Gebieten eingesetzt werden, die unwegsam (z. B. mit Dornen zugewuchert) und groß sind.

Das häufigste Einsatzgebiet sind große Waldflächen. Würde man diese Flächen mit menschlichen Helfern absuchen, so würde eine Vielzahl an Helfern gebraucht werden.
Suchketten von Feuerwehr oder Polizei mit vielen gebundenen Kräften werden so überflüssig. Ein Rettungshund mit seinem Rettungshunde plus 1-2 Suchtrupphelfer
als Team suchen das zugewiesene Gelände selbständig und effektiver ab.

Hunde suchen Gebiete von 50.000 qm und größer in kürzester Zeit weitgehend selbständig ab.

Klassische Einsatzgründe für die Flächensuche sind:

  • ältere Menschen, die aufgrund von Verwirrtheit nicht mehr nach Hause finden
  • Kinder, die sich verlaufen haben
  • Outdoorsportler (Mountainbiker, Reiter, Jogger) die nach einem Sportunfall hilflos im Wald liegen
  • Wanderer, Pilzsucher oder Jäger, die vermisst werden und dringend ärztliche Hilfe benötigen
  • Unfallopfer, die im Schockzustand vom Unfallort fortgelaufen sind
  • Suizidgefährdete Personen

Nicht zu verwechseln sind die Flächensuchhunde mit den Mantrailern, diese suchen nach einem individuellen menschlichen Geruch und werden an der langen Leine
geführt. Unsere Flächensuchhunde suchen pauschal nach „menschlichem Geruch“. Dabei muss der Hund eine Vielzahl von unterschiedlichen Anzeigenverhalten erlernen (z. B. liegend, gehend, agressiv, Hund bedrängen, hüpfend usw.). Jede Person verhält sich anders, wenn sie gefunden wird. Auch verschiedene Arten der Suche wie Schicken auf Entfernung, Umlaufen von Hindernissen, Personen auf Bäumen oder im Schacht muss der Hund in seiner Ausbildung erlernen.

Ist ein Mensch dann bei der Suche gefunden worden, muss der Hund seinem Hundeführer anzeigen, dass er etwas/jemanden gefunden hat.

Dies geschieht nach unterschiedlichen Anzeigearten.

Die häufigste Art ist das „Verbellen“

Der Hund bleibt beim gefundenen Menschen und bellt so lange, bis der Rettungshundeführer angekommen ist.

Eine weitere Art der Anzeige ist das „Bringseln“

  • Der Hund hat ein Bringsel an der Kenndecke.
  • Dieses Bringsel nimmt der Hund auf und läuft damit zu seinem Rettungshundeführer zurück. Der RHF erkennt so, dass der Hund fündig wurde.
  • Der Hund pendelt nun zwischen dem Opfer und dem Hundeführer.

Die letzte Anzeigeart ist der „Freiverweiser“

  • Der Hund findet, und kehrt zum Hundeführer zurück.
  • Durch eine antrainierte Verhaltensweise, z. B. anspringen des Hundeführers, zeigt der Hund seinem Hundeführer den Fund an.
  • Auch hier pendelt der Hund zwischen Hundeführer und gefundener Person.

Die Hunde trainieren EINE dieser 3 Anzeigearten.